Im Folgenden werde ich leichte Probleme mit dem klassischen Marxismus bekommen. Dessen Ansatz für logische Ketten ist ein anderer. In Auseinandersetzung mit den Theorien seine Zeit war Marx gezwungen, die materiellen Grundlagen aller menschlichen Gesellschaften in der Produktion darzustellen. Daraus ergaben sich solche Verzerrungen, dass Fortschritt und Fortschritt in der Produktion identisch zu sein scheinen, Fortschritt zu sein scheint, wenn weniger Menschen in weniger Zeit mehr Produkte herstellen.
Nicht, dass das absurd wäre. Aber es ist ein typisches Produkt der Denkweise der damaligen Zeit. Es vernachlässigt m. E. jedoch total, dass Produktion nie Ziel, sondern immer Mittel ist. Genauso wie eine „Gesellschaftsordnung“ nie Ziel, sondern ebenfalls immer Mittel ist. (Was gerade ein Problem von „Kommunisten“ ist, denen der Kommunismus ein Ziel zu sein scheint, obwohl er das Mittel sein soll, „die volle und freie Entwicklung jedes Individuums“ zu erreichen – und zwar so, dass „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller“ ist. O-Ton Marx.
Darauf kommt es also an. Deshalb greift jeder Fortschritt in der Produktion zu kurz. Fortschritt bedeutet nach meinem Bild die realisierte Möglichkeit für die Menschheit als Ganzes, ihre Bedürfnisse in voller Breite angemessen befriedigen zu können.
Das bedeutet: Fortschritte, in denen die Entfaltung der einen (nur) über die Bedrückung der anderen erreicht wird, sind nur bedingt welche – nämlich nur insoweit sie geistige Kapazitäten für weiteren F. freisetzen. Fortschritt, der massenweise Hunger in Kauf nimmt, ist zum Kotzen.
Richtiger Fortschritt beginnt eigentlich erst, wenn elementare Bedürfnisse von Menschen wie satt sein (nicht hungern, nicht dürsten), warm und sicher wohnen und sich ohne wesentliche Risiken selbst reproduzieren können allgemeine Selbstverständlichkeit sind.
Fortschritt wird dann zur Möglichkeit, seinen Hunger an Stelle von Kartoffeln mit Reis oder Nudeln oder Mais usw. zu stillen, aus verschiedenen Fleischsorten auswählen zu können, aber eben auch so viel Obst und Gemüse zur Auswahl zu haben, um auf Fleisch verzichten zu können, von der Quantität zur Qualität wechseln zu können (wie gesagt: weltweit!). F. bedeutet in diesem Sinn auch, dass jedem Menschen in wachsendem Maße alle Künste im weitesten Sinne „zur Verfügung stehen“, also aktiv und passiv und auf der Basis allgemein geschärfter Sinne, dass er, der Mensch, die Ausführung von Tätigkeiten für die Allgemeinheit – heute meist „Arbeit“ genannt – als eine Erfüllung bringende „Kunst“ auffassen kann und auffasst … und dabei die allerweitesten Voraussetzungen seiner eigenen Reproduktion innerhalb seiner Umwelt „im Griff hat“. Das Wachstum eines Koeffizienten, der all dies zu berücksichtigen vermochte, wäre „Fortschritt“.
Man bedenke, wie wenig dieser Koeffizient unter „kapitalistischen“ Bedingungen nach vorn klickt, wenn durch eine technische Revolution a la Dampfmaschine die Massenhetze verallgemeinert wird, dass er sich aber bewegt, wenn dabei die Qualarbeitszeit sinkt und Massengrundbildung möglich wird usw.
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Freitag, 28. Januar 2011
Samstag, 25. Dezember 2010
Versuch 1 zu fliegen (1)
Nein, ich gehe nicht gerade – die Geschichte macht das auch nicht. In der Hoffnung, alle vertrauten Denkschemata, all das, wovon wir überzeugt sind, dass wir es richtig wissen, schon abgeworfen haben, werfe ich meinen kleinen Rest Verstand, Fantasie und etwas Marx, Engels & Lenin in einen Topf rühre um und frage:
Worin könnte denn die „Überlegenheit“ eines „Kommunismus“ bestehen?
Halt! Ganz klar wiederholt: Wer auch immer auf der bisherigen Welt „Anti-Kapitalismus“ gemacht hat und versuchte, etwas Neues PRAKTISCH zu beginnen, mag unterschiedlich ehrlich und unterschiedlich geschickt gewesen sein … eines hat niemand gemacht: Kommunismus.
Wir müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen.
Worin könnte denn die „Überlegenheit“ eines „Kommunismus“ bestehen?
Halt! Ganz klar wiederholt: Wer auch immer auf der bisherigen Welt „Anti-Kapitalismus“ gemacht hat und versuchte, etwas Neues PRAKTISCH zu beginnen, mag unterschiedlich ehrlich und unterschiedlich geschickt gewesen sein … eines hat niemand gemacht: Kommunismus.
Wir müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen.
Mit einem habe ich mich bereits etwas beschäftigt: Es ist das formale Recht auf „Faulheit“, dass es dann geben wird, ohne, dass esso eng formales Recht wie heute überhaupt geben wird. Das wird für jeden einzelnen spürbar sein, ist aber nicht erklärbar ohne die Gegenseite, das Schrumpfen von Tätigkeiten, die wir heute als „Arbeit“ bezeichneten, auf ein Minimalmaß.
Dies kann auf zwei Hauptwegen erfolgen.
Der eine Weg ist heute bekannt und wird bedingt auch angewendet: Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ermöglicht die Ersetzung von körperlicher Arbeit durch Maschinen. Richtiger wäre zu sagen, körperliche wird durch „vergegenständlichte“ Arbeit ersetzt. Dies ist mit zwei Problemen verbunden: Zum einen muss diese Arbeit erst einmal vergegenständlicht werden, sprich, es müssen zuerst die Maschinen gebaut werden, die den schaffenden Menschen in der nächsten Runde Arbeit abnehmen können, also. nur bedient zu werden brauchen. Das führt unter kapitalistischen Vorzeichen (also auch in "sozialistisch orientierten Staaten" in „Koexistenz zu wirtschaftlich überlegenen imperialistischen) zu dem, was Marxisten den „tendenziellen Fall der Profitrate“ nennen, also dass immer mehr Kapital nötig ist, um noch mehr Kapital erzielen zu können. Dies führt auch dazu, dass viele solche Vorgänge „ausgelagert“ werden, weil die Lohnkosten in anderen Teilen der Welt ausreichend niedriger sind. Technischer Fortschritt ist also nicht etwas Positives an sich, sondern von seinem Einsatz geprägt (Atombombe).
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