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Freitag, 30. März 2012

Thesenansätze (8)

5. Der e. K. erfordert absolute Individualisierung.

So wie jeder Beteiligte auf allen Ebenen seine Besonderheiten ins Ganze einbringen können muss, so gehört es zur allgemeinen Freiheit, sich als Persönlichkeit zu entfalten. Diese „Individualisierung“ schließt ein, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt – natürlich mit Ausnahme derer, dass die Ausübung der Freiheit des einen nicht zur Einschränkung der Entfaltung Anderer führen darf. Insofern gibt es es als Sonderfall zwischen Gewaltlosigkeiten letzte Gewaltinstanzen.

6. Kern des e. K. ist ein umfassendes Bildungssystem für Genuss, Gesundheit, Kommunikation und Kunst. Es wird wie die vorangegangenen schon mit Beginn der Übergangsgesellschaften begonnen, kann aber erst im entfalteten Kommunismus systematisch erfolgreich sein.

Jeder Einzelne muss befähigt werden, aktiv und passiv zu genießen und Andere genießen zu lassen. In diesem Zuge nehmen die durchschnittlichen Auffassungen, was „menschliche Bedürfnisse“ sind, eine neue Qualität an. Dies schließt die Fähigkeit ein, Arbeit, vor allem kreative, als Genuss zu empfinden.

7. Schlüsselbegriff der kommunistischen Gesellschaften ist Kunst im weitesten Sinne.

Im Rahmen der Integration in ein individualisiertes Planungssystem findet jeder Beteiligte verschiedene Tätigkeiten, bei denen er sich selbst und durch ihr Ergebnis Anderen Vergnügen und Genuss bereitet. Dies erwächst auch aus dem erprobten Wissen der Handelnden, wo besondere Qualitäten für ihn liegen, aber auch in der relativ freien Entscheidung, wann er welche Tätigkeit ausübt, und aus dem Wissen, dass die Ausübung „gesellschaftlicher Arbeiten“ ein angenehmes Feld zwischenmenschlicher Kommunikation ist.


Dies ist nur ein Stück aus dem Arbeitskapitel im Buchentwurf für "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen". Das ganze Kapitel befindet sich H I E R )   

Donnerstag, 29. März 2012

Thesenansätze (7)

3. Die Lebensverhältnisse aller Menschen auf der ganzen Erde werden relativ angeglichen.

Diese Angleichung trägt bereits ein deutliches kommunistisches Merkmal: Es herrschen nicht weltweit dieselben Bedingungen, sprich: es werden nicht überall dieselben Konsumwelten nachgeholt, die in imperialistischen Metropolen geschaffen wurden, sondern es werden weltweit dieselben relativen (!) Wohlfühl-Lagen geschaffen und Möglichkeiten, sich uneingeschränkt in „Weltverhältnisse“ zu integrieren. Für das Funktionieren der Welt ist in manchen Regionen einfach „nur“ wichtig, dass alle Betroffenen sauberes Wasser, vernünftige Speisen, Kleidung und Wohnung haben, dies letztlich aus eigener Arbeit erwachsen kann und alle Bildungs- und Entwicklungswege genutzt werden können.

4. Ein tatsächlich vernünftiges weltweites Planungs-, Versorgungs- und Kommunikationssystem wird praktisch umgesetzt.

Es ist ein am Gemeinwohl orientiertes, hoch entwickeltes und sich beständig weiter entwickelndes „Internet“. Es spiegelt das in der realen Lebenswelt vorgegebene Ineinandergreifen verschiedener Ebenen wider. Geplant werden kann und muss innerhalb verschiedener abgrenzbarer Systeme und zwischen diesen. Dabei ist wichtig, dass möglichst viel regional beziehungsweise auf unteren Ebenen entschieden wird. In höherer Ebene werden die Schnittstellen bestimmt. Im praktischen Leben ist dies hierarchisch wesentlich leichter. Vorstellbar in der Art einer einzigen universalen Partnerschaftsvermittlung. Nicht verschiedene neben- und gegeneinander, sondern ein Auf-, Ab- und Seitwärts-Surfen nach verschiedenen interessierenden Gesichtspunkten. Wichtig dabei ist, dass jeder Teilnehmer in jeder Ebene handeln, also auch bei der Wirtschaftsplanung auf allen Ebenen Änderungsvorschläge einbringen und anteilig durchsetzen kann.


Dies ist nur ein Stück aus dem Arbeitskapitel im Buchentwurf für "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen". Das ganze Kapitel befindet sich H I E R )   

Mittwoch, 28. März 2012

Thesenansätze (6)

Voraussetzung für „nachhaltigen“ Kommunismus, also eine gemeinschaftliche Gesellschaftsgestaltung, die nicht wieder in Klassengesellschaften zurückfällt, ist ein sehr hohes Niveau der Produktivkräfte.

Im Wesentlichen gibt es zwei Merkmale, an denen das notwendige Niveau bestimmt werden kann:

  1. Alle Erkenntnisse des Menschheitsfortschritt sind weltweit uneingeschränkt nutzbar. (Ist technisch erreicht. Die Umsetzung der Möglichkeiten werden durch die Eigentumsverhältnisse verhindert.)
  2. Der Umfang der vergegenständlichten Arbeit übersteigt den der aktivierbaren lebendigen Arbeit so weit, dass die elementaren Bedürfnisse aller Erdenbürger im Wesentlichen durch sie befriedigt werden könnten.

Wie kommen wir zum „entfalteten Kommunismus?

1. Ein immer wieder zu wiederholender Schritt in eine grundsätzlich neue Gesellschaft ist die Beseitigung der materiellen Verhältnisse, die zwangsweise Egoismus reproduzieren.

Das, was Marxisten „Privateigentum an den Produktionsmitteln“ nennen, bewirkt auf der einen Seite, dass die Besitzer sich fremde Arbeit günstigst, also für die anderen ungünstigst aneignen können. Auf der anderen Seite bewirkt es aber auch, dass sie sich in einer bestimmten Weise verhalten müssen, wollen sie ihre gesellschaftliche Stellung bewahren oder ausbauen. Das färbt auch auf die Verhaltensweisen der Nichtbesitzer ab, da tendenziell die am geschicktesten skrupellos egoistisch Handelnden als erfolgreich im allgemeinen Konkurrenzkampf um die besten Positionen in einer Weltmangelwirtschaft gelten.

2. Vergleichbar wichtig ist eine weltweite (strukturell) neue Verteilung der Ressource Arbeitsvermögen.

Alle Arbeiten / Tätigkeiten müssen überprüft werden, ob sie zur Befriedigung echter Bedürfnisse sinnvoll sind. Alle Arbeiten, die keinen eigenen Nutzen erbringen außer dass sie das Funktionieren der Privatwirtschaft absichern, werden bis nahe Null abgebaut. Als besonders einschneidende Vergeudung von Naturressourcen, menschlichen Potenzen und Menschlichkeit verschwindet der Hauptteil aller Gewaltinstitutionen (Rüstung u.ä.). Dazu gehören aber auch alle Wirtschaftselemente zur Eigentumsscheidung und -manipulation, also Finanz- und Versicherungswirtschaft, Steuer- und Rechnungswesen, Lizenzwesen u.v.a.m. In der Konsequenz dürfte mehr als die Hälfte der „bei uns“ „bezahlten“, also als „gesellschaftlich notwendig anerkannten“ Arbeiten weggefallen sein.


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Dienstag, 27. März 2012

Thesenansätze (5)

Es müssen sich erst Strukturen bewähren, die ein gesamtgesellschaftliches Eigentümerbewusstsein und das entsprechende Verhalten fördern. Hilfreich ist hierbei sicher, vielfältige Formen von Eigentümergemeinschaften zu fördern.

Wesentlich für den Erfolg dieser gesellschaftlichen Entwicklung ist die sich beständig wiederholende Bestätigung der Möglichkeiten, Individualität innerhalb großer Gemeinschaften entfalten zu können.

Als technisches Instrument zur Verknüpfung von Gemeinschaftsinteressen ist das „Internet“ von Ausschlag gebender Bedeutung. Es ist die notwendige Voraussetzung eines realen, dauerhaften Kommunismus im Weltmaßstab.

Der entfaltete Kommunismus ist die individualistischste Gesellschaft, die sich menschliche Intelligenz denken kann.

Im e.K. sind sowohl indirekte wirtschaftliche Unterordnungszwänge weggefallen als auch starr institutionalisierte Einschränkungen individueller Freiheiten („Staatsapparate“).

Der e. K. ist die Gesellschaft mit der höchsten Vielfalt an Formen, durch die konkrete Beziehungen zwischen Menschen(gruppen) geregelt sein können … richtiger: sich einer „Regelung“ im heutigen Sinn entziehen.

Das Verschwinden hierarchischer Strukturen bewirkt das Verschwinden bestimmter Formen. Wo es keine „Staaten“ gibt, gibt es logisch keine „Staatsapparate“, also keine Armeen, Zollorgane, Beamte usw.

An die Stelle anderer Institutionen treten soziale Instrumente, die Anklänge an heute Vertrautes aufweisen, ohne tatsächlich vergleichbar zu sein (Polizei).

Alle Beziehungen zwischen den Menschen werden auf der direkten Ebene der zu befriedigenden Bedürfnisse gestaltet (und nicht indirekt über ein Äquivalent Geld).

Die Vielfalt der zu befriedigenden Bedürfnisse bewirkt die Vielfalt der Formen, über die sie befriedigt werden.


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Montag, 26. März 2012

Thesenansätze (4)

In „Übergangsgesellschaften“ existieren also auf einem Teil der Erde die Grundlagen der neuen Gesellschaft (allem voran das gesellschaftliche Eigentum an den wesentlichen Produktionsmitteln), es ist aber nur in extrem engem Rahmen möglich, die daraus erwachsenden gesellschaftlichen Vorteile zur Geltung zu bringen. Der „Klassenkampf“ im Weltmaßstab ist noch nicht entschieden.

Ein besonders wichtiges Element – aber nicht das einzige – dabei ist, dass sozialistische Produktionsverhältnisse nicht mit einer Rüstungsindustrie und mit den mit potentiellen Kriegen verbundenen Aufwendungen vereinbar sind, diese aber trotzdem unvermeidlich bleiben.

Es liegt also im Interesse von Sozialisten und Kommunisten, das Andauern der Übergangsgesellschaften kurz zu halten und nicht ihr vorzeitiges Ende zu suggerieren (sie gar „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ zu nennen). Besonders Letzteres fördert objektiv - also unabhängig von den Absichten der Handelnden - die Konterrevolution.

Überlegungen zu Formen der Befreiung aus dem Kapitalismus in die Übergangsgesellschaften müssen immer der konkreten Situation entsprechen. Eine Überhöhung der Gewalt der Massen ist ebenso kontraproduktiv wie eine Verabsolutierung eines parlamentarischen Weges auf der Basis der Gesetze. Letztere wurden ja gemacht, um die bestehende alte Gesellschaftsordnung zu erhalten. Es ist allerdings davon auszugehen, dass individuelle Gewalt ein bevorzugtes Mittel zur Diskreditierung revolutionärer Ideen bleibt, in der Hauptzahl der Fälle also den Vorwand liefert, Unterdrückungsgewalt offener zu praktizieren, und potentiell schwankende Massen vom Mithandeln abhält.

Die erste Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation, also der Sozialismus, ist eine über eine unbestimmte Zahl von Generationen andauernde „Kulturrevolution“. Im Prinzip geht es darum, die vielfältigen Relikte verinnerlichter Egoismusstrategien im menschlichen Denken und Handeln allmählich abzubauen.

Zwar sind die objektiven Voraussetzungen für die Ausbeutung fremder Arbeitskraft juristisch beseitigt, die Denkstrukturen, in individuellerer Form von der Leistung Anderer leben zu wollen, sind aber noch erhalten geblieben und werden, teilweise sogar unbeabsichtigt, weiter von Generation zu Generation „übergeben“.


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Sonntag, 25. März 2012

Thesenansätze (3)

Eine fortschrittsfähige Gesellschaft ist nur möglich, wenn zumindest zwei Grundaufgaben gelöst sind:

  1. Es wurde ein breites Spektrum von Eigentumsformen geschaffen, allerdings ohne das Privateigentum an den Produktionsmitteln, mit dem fremde Arbeitsvermögen angeeignet werden kann. Innerhalb dieser Vielfalt nimmt gesamtgesellschaftliches Eigentum die entscheidenden Positionen in den Volkswirtschaften ein.
  2. Die progressiven Klassen und Schichten üben die politische Macht so aus, dass die wirtschaftliche Restmacht der ausbeutungsfixierten Gruppen vorübergehend außerökonomisch überkompensiert wird. („Diktatur des Proletariats“)

Zur Konkretisierung der marxistischen Lehre von den ökonomischen Gesellschaftsformationen ist zwischen den Gesellschaftsordnungen „Kapitalismus“ und „Sozialismus / Kommunismus“ eine Phase der „Übergangsgesellschaften“ „einzuschieben“. Im Sinne von Karl Marx wäre dies eine lang gestreckte Weltrevolution, praktisch das Nebeneinander von staatlich organisiertem Kapitalismus und Staaten mit unterschiedlich stark ausgeprägten Grundlagen für den Aufbau des Sozialismus.

Diese Übergangsgesellschaften sind hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass

  • die notwendigen Voraussetzungen für die Lösung der Aufgaben des Sozialismus im jeweiligen Land geschaffen bzw. verteidigt werden müssen,
  • noch die Marktgesetze gegenüber Ansätzen zur planmäßigen Gestaltung der Bedürfnisbefriedigung der Mehrzahl der Menschen dominieren,
  • alle sozialistischen Ansätze permanent gestört werden durch den nicht nur staatlich organisierten Kapitalismus, egal wie erfolgreich dies im Einzelnen abläuft,
  • die Formen des Klassenkampfes auf nationaler und internationaler Ebene ständig wechseln,
  • es noch unmöglich ist, das Hauptwesensmerkmal des Sozialismus, also das allmähliche Absterben des „Staates“ zugunsten der Selbstorganisation nicht mehr antagonistischer Gruppen, praktisch zu entfalten.


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Samstag, 24. März 2012

Thesenansätze (2)

Die Entfesselung des ersten Weltkriegs war eine große Chance, (etwas vorfristig) Verhältnisse zu schaffen, die nachfolgend einen evolutionären Prozess bis hin zum entwickelten Kommunismus ermöglicht hätten.

Dass diese Chance nicht genutzt worden ist, weil die Revolutionen in Ländern mit hoher Qualität der Produktivkräfte – besonders in Deutschland – scheiterten, war eine Menschheitskatastrophe.

Durch die moderne Informationsverarbeitungstechnik könnte eine gemeinwirtschaftlich organisierte Wirtschaft erstmals ihre Vorzüge gegenüber der privatwirtschaftlich organisierten entfalten.

In den Händen privatwirtschaftlich Denkender und Handelnder werden dieselben technischen Mittel zur Bedrohung, ja „Entwertung“ für die meisten Menschen auf der Erde.



Im Wesentlichen lassen sich die Verzerrungen der Verhältnisse in den bisher bekannten Übergangsgesellschaften direkt oder indirekt auf ihre Ausgangssituation zurückführen.

Im Sinne der Menschheitsentwicklung waren die Übergangsgesellschaften trotz ihrer Verzerrungen eine gewaltiger Fortschritt. Die durch die erfolgte Konterrevolution rückgängig gemachte gewaltsame Errichtung notwendiger Fundamente einer gesellschaftlich fortschrittsfähigen Gesellschaft müssen neu „gegossen“ werden.


Dies ist nur ein Stück aus dem Arbeitskapitel im Buchentwurf für "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen". Das ganze Kapitel befindet sich H I E R )   

Freitag, 23. März 2012

Thesenansätze (1)

(Bei dem "Sammelsurium" an "Thesen" kann es sein. dass ein Großteil, wahrscheinlich die ersten, dem "Rotstift" zum Opfer fallen ... Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht mehr richtig finde.)

Die ganze Entwicklung des Kapitalismus war und ist zugleich eine Entwicklung von Produktivkraft-Potenzen, die heute längst aus den Systemen der Klassengesellschaften hinausweisen.

Kein bisheriger Revolutionsansatz hat eine Gesellschaft geschaffen, die zu Recht Sozialismus oder gar Kommunismus genannt werden konnte und kann.

Vorrangiger Grund für das Steckenbleiben der bekannten „Übergangsgesellschaften“ war, dass ein tatsächlicher Sozialismus sich erst entfalten kann, wenn er die Verhältnisse auf der ganzen Erde bestimmt. Andererseits waren die Produktivkräfte im Allgemeinen und erst recht in den Ländern, die den Sozialismus anstrebten, noch nicht für die neue Gesellschaft reif.

Etwa seit der Jahrtausendwende sind die Produktivkräfte in den entwickelten Staaten und den mit ihnen am engsten verflochtenen Volkswirtschaften ausreichend für einen realen Übergang zum Sozialismus, innerhalb dessen kommunistische Verhältnisse vorbereitet werden könnten, ausgereift.

Der Übergang zur neuen Gesellschaftsordnung setzt die Reife mehrerer „regionaler“ Faktoren voraus und kann evolutionäre Phasen haben. Die Gefahr, dass sich die Menschheit erst dann aus dem Kapitalismus zu lösen vermag, wenn ihr Untergang ansonsten unmittelbar bevorsteht, ist nicht gebannt. Sie schließt ein, dass eine „prophylaktische“ Selbstbefreiung nicht stattfände, auch wenn sie notwendig und möglich wäre.

Maßgeblich dafür, dass eine grundsätzlich neue Gesellschaftsgestaltung möglich und nötig ist, ist,