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Dienstag, 28. Dezember 2010

Versuch 1 zu fliegen (4)

Die Arbeit ist also wesentlich leichter, nicht monoton, aber trotzdem vorhanden und notwendig.
In demselben „Einkaufszentrum“ bleiben genügend Aufgaben übrig, mit denen das ausliegende Sortiment gepflegt wird. Das schließt die Umkehrung der „Kassierer“-Tätigkeit ein: Überalterte Waren werden mit Sicherheit nicht um des Profits Willen frischer datiert, sondern aussortiert, um sie anderweitigen Nachnutzungen zuzuführen.
Es ist allerdings anzunehmen, dass ein stetig wachsender Großteil solcher Aufgaben von Robotern ausgeführt werden wird. Die müssen aber wiederum gebaut und programmiert werden.
Damit stoßen wir auf ein neues Problem:
Wer die aktuelle technische Entwicklung in ihrer explosionsartigen Geschwindigkeit beobachtet, übersieht leicht, dass die kapitalistischen Bedingungen, unter denen diese Entwicklungen erfolgen, bereits heute als Bremsen wirken.
Vergessen wir, auch wenn es schwer fällt, die in dieser Hinsicht katastrophalen Erfahrungen mit dem „Realsozialismus“. Es ist methodisch einfach besser, ihn nicht dem Sozialismus zuzurechnen.
Stellen wir uns einfach vor, es wird für einen Vorgang X ein Computer-Programm erarbeitet, mittels dessen eine Aufgabe Y gelöst werden kann.
Unter den Bedingungen der Warenwirtschaft ist es erforderlich, zwecks Zuordnung eines „Wertes“ dem Programm erst einmal ein weiteres Programm X1 beizugeben, das die Weiterverbreitung des X-Programmes in einzelnen wirtschaftlichen Vorgängen ermöglicht, sowie Zusatzprogramme zur Abrechnung der Verkaufsvorgänge der Programmträger mit dem Programm und „Rucksackprogramme“, die eine Nutzung des Programms über den vorgeschriebenen Lizenzumfang hinaus weitgehend ausschließen sollen.
Das schließt ein geistiges Verständnis ein, dass normale Weiternutzung vorhandener (fiktiver) Produkte als „Raubkopie“ unter Strafe stehend verdammt und technisch Geist darauf verschwendet, diese „Raubkopien“ zu „verunmöglichen".
Dieses ist, mindestens kommunistisch gedacht, wirtschaftlicher Unfug. Meinetwegen sollte man es pervers nennen, dass ein Teil der Menschen daran arbeitet, dass der andere beliebig vervielfachbare Produkte nicht vervielfältigen kann! Der einzige „Schaden“ besteht doch im niedrigeren zu erzielenden Preis – sachlich wird niemandem etwas weggenmmen.

Montag, 27. Dezember 2010

Versuch 1 zu fliegen (3)

Der andere Weg ist ein struktureller. Eine gewaltige Menge von jetzt notwendigen bzw. notwendig erscheinenden Arbeits-Tätigkeiten fällt u. U. mit einem Federstrich weg. Das ist auf jeden Fall beispielsweise der Komplex des Schutzes von Produktiveigentum vor Diebstahl, und zwar im weitesten Sinne. Wir brauchen uns im Prinzip nur zu fragen, was notwendig wäre, um beliebige Ausgangsstoffe in etwas zu verwandeln, was am Zielort konkrete Bedürfnisse befriedigt. Alles, was dem nicht unmittelbar dient, kann wegfallen!
 Wird es im Kommunismus Kassiererinnen oder Kassiererin in Kaufhallen  geben – wenn es kein Geld mehr gibt?
All denen, die jetzt irritiert den Kopf schütteln, schlage ich als Antwort vor: Natürlich gibt es die weiter!!! Allerdings mit mehreren Unterschieden.
Klar, die ursprüngliche Aufgabe, von der die Tätigkeit ihren Namen hat, das „Kassieren“ wird ausgedient haben. Aber was spricht dagegen, dass so gut wie alle Waren mit etwas versehen sind, das unserem Strichcode vergleichbar ist? Beim Verlassen der „Kaufhalle“ wird diese Markierung an einem Lesegerät vorbeigeführt. Der überträgt die Daten an einen Lagercomputer. Der arbeitet als Zentrale. Er erfasst die Restbestände an „Waren“ und stellt daraus den Umfang notwendiger Nachlieferungen zusammen.
Es gibt keinen Grund, warum nicht im Kommunismus einige Menschen einfach vergessen könnten, diese Erfassung der veränderten Bestände auch durchzuführen – so wie halt einige „Schwarzfahrer“ TATSÄCHLICH nur vergessen hatten, ihr Ticket zu entwerten. Solchen „Diebstahl“ verhindert der ruhig bereit sitzende Kassierer. Schließlich käme es zu Störungen, würde eine planmäßige Bestandserneuerung unmöglich, wenn die Bestandserfassung nicht funktionierte. Obwohl die jeder ganz individuell machen könnte und normalerweise auch machen wird – es sind ja (vom Prinzip) alle daran interessiert, dass immer erhältlich ist, was gebraucht wird..