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Freitag, 24. Dezember 2010

Von der Logik in unserer beschränkten Vorstellungskraft und dem Maulwurf Sarrazin ... (2)

Wir sind gewohnt, die bekannten Denkschemata auf die neuen Verhältnisse zu übertragen. Solange eine geldfreie neben der dominierten Geld-, also Warenwirtschaft bestehen muss, funktioniert dieses Denken.
Aber auch das nur bedingt: Bedarf es der Praxisgebühr, damit wir nicht häufiger zum Arzt gehen als es für unser Wohlergehen erforderlich? Entstehen bestimmte Denkmuster nicht erst dadurch, dass es Mehrklassen-Medizin gibt? Wären wir nicht ohne unaufgefordert vernünftiger? (Eingebildete Krankheiten sind selbst Krankheitssymptome und sollten ausgeklammert bleiben.)
Unsere Phantasie hat vor Augen, dass künstlich verbilligte Schrippen als Viehfutter dienen, wenn das richtige Viehfutter teurer ist. Es geht aber um das Gesamtsystem. entzieht sich Die Möglichkeit, etwas grundsätzlich anders Funktionierendes zu denken, entzieht sich unserer Vorstellung.
Wir brauchen vielleicht ein dialektische Zwischenstufe: Das totale Angekotzsein davon, dass sich alles nur um das Scheiss-Geld dreht. Was wäre, wenn nicht …
Können wir das? Eigentlich lässt die logische Vernunft das zu. …
Wenn wir so viel Mut zum Über-unseren-Horizont-Hinaus-Denken aufbrächten, sozusagen die Schönheit eines Ausblicks von einem bestiegenen Berg NICHT aus dem „Blickwinkel“ eines Maulwurfs der Sarrazin-Art zu entdecken, dann hätten wir unsere heimliche private Revolution geschafft …


Ich bin das Gen vom Sarrazin …
 
Ich bin das Gen vom Sarrazin,
ich singe jeden Tag,
Zwar klingt das eigentlich nicht schön,
doch zeigt´s, dass ich mich mag.
Ich sage Deutschland, meine mich,
ich bin wer in der Welt:
Weil ich der Allergrößte bin,
verdien´ ich so viel Geld.
 
Ihr blöden Trottel lauft mir nach -
wer will nicht Sieger sein.
Doch taugt ihr mir zum Kaufen nur
und Klatschen ganz allein.
Drum klatscht, drum klatscht, drum klatscht für mich,
drum klatscht für mich allein.
Ihr macht mir meine Börse fett
So soll es ja auch sein.

...So soll es eben nicht sein ...

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Von der Logik in unserer beschränkten Vorstellungskraft und dem Maulwurf Sarrazin ... (1)

Scheinbar schließen sich Logik und Vorstellungskraft, also Phantasie, schon vom Begriff her aus. Praktisch ist das aber nicht ganz so einfach. Unsere Phantasie beginnt ja nicht bei null. Sie ist wie ein guter Lehrer. Sie weiß, dass wir auf dem vorhandenen Wissen anknüpfend uns das noch nicht Wissen zusammenspinnen. Je weniger der Mensch weiß, umso irrer wird die Phantasie, da sie nur z. B. an vage Ängste vor unerklärliche Bedrohungen anknüpfen kann.
Aber auch wenn die Zusammenhänge mitunter extrem komplex sind und gerade deshalb unerklärlich und unlogisch erscheinen, gibt es mitunter einfache Erklärungen.
Nehmen wir das Beispiel, sich vorzustellen, wie die Welt funktionieren würde, gäbe es kein Geld (mehr).
Lassen wir alles Bewusste weg, das, was wir für vernünftig halten. Es bleibt eine klare, hunderttausendfach gemachte Erfahrung: In der Welt, in der wir aufgewachsen sind, war und ist Geld das „allgemeine Äquivalent“. Mit Geld wird alles vergleichbar. Was viel Geld kostet, ist viel wert. Dinge, die nichts kosten, sind nichts wert. Natürlich gibt es Unterschiede durch die Sozialisation im versuchten Sozialismus. Wir können diese aber vernachlässigen, weil vom Prinzip das Wertgesetz galt und viele unserer Versuche, dies zu leugnen oder zu umgehen im Zusammenhang der Weltwirtschaft extrem kontraproduktiv gewirkt haben.
Die verinnerlichte Beziehung, billig gleich wenig wert, hat uns geprägt. Wir schließen aus der Erwartung, dass wenn es kein Geld mehr gäbe, nichts mehr einen Wert hätte. Im strengen Marxschen Definitionssinn ist das sogar richtig. Mit dem Geld verschwänden natürlich alle anderen Kategorien und Begriffe der Warenwirtschaft.
Aber Sinn und Zweck jeden Handelns in einer solchen Gesellschaft ist ja auf den Erwerb höchstmöglicher Äquivalente gerichtet, sowohl, um so viel wie möglich ausgeben zu können, als auch, um dadurch messbare gesellschaftliche Anerkennung und Macht zu gewinnen. Wenn kein Geld, dann nicht gesellschaftliche Macht und Anerkennung, dann … Faulheit …?!