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Donnerstag, 30. Dezember 2010

Versuch 1 zu fliegen (6)

Hier stehen sich also abgeleitete prinzipiell nicht miteinander vereinbare Denkweisen gegenüber.
Das Automatisieren von Lebensvorgängen in zweiter oder dritter Potenz ist erst kommunistisch wirklich lohnend. Mit Potenz meine ich die Ebenen, die sich von der eigentlichen Gebrauchswertschaffung entfernen. Also wenn ein Programmsystem ggf. für andere Vorgänge neue Programme schreibt …dem Menschen dieses Programmschreiben in einem bestimmten Umfang sogar abnehmen kann. Vom Prinzip einmalig, herrlich! (Die Gewerkschaften würden heute für den Erhalt deutscher Arbeitsplätze demonstrieren gehen...)
Wir können also festhalten, dass ein Grundbaustein, warum sich eine kommunistische Gesellschaft ein größeres, ja sogar ein fast prinzipielles Recht auf Faulheit leisten kann, in der minimierten Masse der durch Menschen auszuführenden Arbeiten liegt.
 Bevor ich genauer darauf eingehe, muss ich aber das „FAST“ erläutern.
Ich teile nicht den Marxschen Optimismus, dass irgendwann alle Springquellen so sprudeln werden, dass jeder unbedingt das finden kann, was er will, und dass dies zugleich das ist, was er wollen sollte. Ich bin allerdings der Meinung, dass sie dies gar nicht müssen. Eine derartige „Identität“ bedeutete ja auch Stillstand aller Entwicklung. Man sollte hier aber auch berücksichtigen, dass die teilweise drastischen Methoden, mit denen die gentilen Menschen ein Ausbrechen aus der Gemeinschaft bestraft hatten, zu Marx´ Zeiten noch nicht vollständig bekannt waren.
Es ist sogar noch schlimmer: Bei Marx erscheint der Zusammenhang so, als gäbe es Kommunismus wegen der Springquellen – ich muss hervorheben, er, also der Kommunismus, wird zuerst ein Mittel sein müssen, damit sie, also diese „Springquellen, wenigstens in wesentlichem Umfang, überhaupt erst zum Sprudeln kommen. Die kommunistische Ordnung muss, wenigstens teilweise, ihrer eigenen materiellen Grundlagen voraus gehen. (und könnte dies in Ansätzen schon heute)

Samstag, 25. Dezember 2010

Versuch 1 zu fliegen (1)

Nein, ich gehe nicht gerade – die Geschichte macht das auch nicht. In der Hoffnung, alle vertrauten Denkschemata, all das, wovon wir überzeugt sind, dass wir es richtig wissen, schon abgeworfen haben, werfe ich meinen kleinen Rest Verstand, Fantasie und etwas Marx, Engels & Lenin in einen Topf rühre um und frage:
Worin könnte denn die „Überlegenheit“ eines „Kommunismus“ bestehen?
Halt! Ganz klar wiederholt: Wer auch immer auf der bisherigen Welt „Anti-Kapitalismus“ gemacht hat und versuchte, etwas Neues PRAKTISCH zu beginnen, mag unterschiedlich ehrlich und unterschiedlich geschickt gewesen sein … eines hat niemand gemacht: Kommunismus.
Wir müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen.
Mit einem habe ich mich bereits etwas beschäftigt: Es ist das formale Recht auf „Faulheit“, dass es dann geben wird, ohne, dass esso eng formales Recht wie heute überhaupt geben wird. Das wird für jeden einzelnen spürbar sein, ist aber nicht erklärbar ohne die Gegenseite, das Schrumpfen von Tätigkeiten, die wir heute als „Arbeit“ bezeichneten, auf ein Minimalmaß.
Dies kann auf zwei Hauptwegen erfolgen.
Der eine Weg ist heute bekannt und wird bedingt auch angewendet: Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ermöglicht die Ersetzung von körperlicher Arbeit durch Maschinen. Richtiger wäre zu sagen, körperliche wird durch „vergegenständlichte“ Arbeit ersetzt. Dies ist mit zwei Problemen verbunden: Zum einen muss diese Arbeit erst einmal vergegenständlicht werden, sprich, es müssen zuerst die Maschinen gebaut werden, die den schaffenden Menschen in der nächsten Runde Arbeit abnehmen können, also. nur bedient zu werden brauchen. Das führt unter kapitalistischen Vorzeichen (also auch in "sozialistisch orientierten Staaten" in „Koexistenz zu wirtschaftlich überlegenen imperialistischen) zu dem, was Marxisten den „tendenziellen Fall der Profitrate“ nennen, also dass immer mehr Kapital nötig ist, um noch mehr Kapital erzielen zu können. Dies führt auch dazu, dass viele solche Vorgänge „ausgelagert“ werden, weil die Lohnkosten in anderen Teilen der Welt ausreichend niedriger sind. Technischer Fortschritt ist also nicht etwas Positives an sich, sondern von seinem Einsatz geprägt (Atombombe).