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Sonntag, 27. Februar 2011

Der größte Krieg aller Zeiten – und der einzige schöne (nur ein Spiel) (2)

Nehmen wir einfach einmal an, die nachkapitalistischen Produktionsverhältnisse hätten gesiegt. Klammern wir einmal das Theater aus um alle dann noch körperlich vorhandenen großen Rüstungsgüter. (Nicht nur die Atomraketen bleiben erst einmal Atomraketen, auch wenn man „Volkseigentum“ draufklebt. Sie müssen bewacht und allmählich zerlegt werden.) Aber hat denn jemand gewagt, durchzuspielen, was dann kommt? Also nicht nur abstrakt wie Marx bei seiner Fernsicht, wann wir Kommunismus haben.
Millionen Menschen müssten sich durch die Welt bewegen, damit grundsätzliche Lebensbedingungen angeglichen werden. Von einem Tag auf den nächsten wären bei gleichartigen Arbeitstagen in jedem Land der industriell entwickelten Länder Hunderttausende Werktätige „arbeitslos“. Mathematisch könnte sofort ein 6-Stunden-Arbeitstag, vielleicht schon eine mit 5 Stunden, eingeführt werden. Nur, dass die frei gewordenen Arbeitskräfte nicht nahtlos dorthin passen, wo sie gebraucht würden. Europa könnte in kürzester Zeit zu einem überdimensionalen Bildungszentrum werden. Wer lernt wo was? Wer lehrt wo was? In welchen Regionen der Erde lohnt sich in welcher Reihenfolge der Aufbau welcher „Industrien“. Industrien ist dabei weiter zu fassen als bei Marx, nämlich so, wie er den Übergang zum Kommunismus verstand: Als Verschwimmen des Unterschieds zwischen Stadt und Land. Welche natürlichen Bedingungen können in welchen Regionen welche Entwicklung am Erfolg versprechendsten fördern. Dabei müsste dies, bevor Milliarden in Stuttgart21s versenkt werden, eben als Computersimulation „durchgespielt“ werden, die immer besser die Wirklichkeit der Welt erfasst. Den Zugang zu den modernsten Technologien frei zu machen, ist dabei das kleinste, wenn auch erfreulichste Problem.
Denn nach einem relativen Abschluss solch einer Simulation einer funktionierenden Welt müsste sie umgesetzt werden. Jeder irgendwo frei gesetzte Arbeiter wäre ein „Soldat“. Jede Entscheidung an jedem Ort hat vielfältige Wirkungen nicht nur dort sondern auch im Zusammenspiel mit anderen. Reinigung der Umwelt von schädigenden Abstoffen aller Art. Was an eine Stelle für die nächsten fünf Jahre dynamischen Fortschritt bedeutete, kann für die Welt zum Krebsgeschwür werden.
„World of Warcraft“ beweist es, dass die Programmtechnik zulässt, virtuelle Welten zu schaffen, in denen „man“ „interagieren“ kann. Was es da gibt, sind insgesamt Bekämpfungsspiele. Für dieses „Simulationsspiel“ kann ich mir zwei Ebenen vorstellen: Eine statische, bei dem unter gegebenen Ausgangsdaten der Spieler nach der Lösung sucht, die in 50 / 100 Jahren den höchsten Weltwert ergibt. Und eine dynamische, in der Rollen interaktiv gegeneinander übernommen werden und die Zeit läuft. Die anonymen Spieler müssten aber die Gelegenheit haben, sich in einer „Konferenz“ an einen verpassten Zeitpunkt zurück zu begeben (sofern der immer noch vor uns liegt).
Es geht darum, dass Einzelne komplex für andere mitzudenken lernen – und nicht eine faschistische Art der Endlösung, also das Ausschalten Anderer als Lösung lernen.

Samstag, 26. Februar 2011

Der größte Krieg aller Zeiten – und der einzige schöne (nur ein Spiel) (1)


Ich wage mir das Szenario gar nicht auszumalen. Es scheint so verrückt, dass es das nicht einmal als Computerspiel gibt, obwohl das eigentlich seiner Umsetzung in der Wirklichkeit sehr entgegen käme. Leider vereinen sich im Moment bei niemandem Geld, Kreativität und Menschlichkeit zu einer solchen großräumigen Idee.
Die heutige Betrachtung der Welt ist irgendwie einfach: Auf der einen Seite Kapital, das so, wie und wo es existiert, nur mit einem einzigen Zweck existiert: sich selbst zu vermehren. Dafür nimmt es sogar einen extremen Aufwand in Kauf, durch den es sich als Masse eigentlich nicht vermehrt, sondern zu verbrauchen scheint: Gewaltige Staatsapparate mit extremen Kosten für Armeen sorgen für dauerhafte Minderung des Durchschnittsreichtums. Aber das klärt sich auch leicht: Durch die Finanzierung aus Steuern, die die Menschenmassen aus dem bezahlen müssen, was sie zuvor als angebliche Bezahlung ihrer Leistung erhalten haben, ist das Spiel zumindest aus der Sicht jedes an privater Rüstungsproduktion Beteiligten ein Gewinngeschäft. Die Unterdrückten bezahlen die Mittel ihrer Unterdrückung letztlich selbst.
Wer die Toten wegen Hunger und Krieg beklagt, macht heute aus zynischer Sicht einen Fehler: Die sind ein Segen für die heutige Gesellschaft: Weder können sie protestieren gegen die Ungerechtigkeit, in der sie lebten, noch wollen sie weiter essen und sich kleiden. Nur wenn sie nicht schnell genug sterben, sind sie ein Problem.
Krieg gegen den Hunger auf der Welt – und zwar in engstem und weitesten Sinne – kann nur eine Welt-Menschen-Gemeinschaft führen. Die – das muss ich hier einmal als Behauptung stehen lassen – kann es erst mit dem weltweiten Sieg sozialistischer Eigentumsverhältnisse geben.