Mittwoch, 31. August 2011

Von Erd- und Baumäpfeln (3)


Woher aber sollten erste Menschen wissen, wann die Knollen essbar würden? Selbst die Erfahrung, dass es nicht um die Wurzel als solche ging, musste erst „erlernt“ werden. Waren alle diese prinzipiellen Mauern übersprungen – was eben eine ungeheure Menschheitsleistung gewesen ist – stand das Wissen im Prinzip jedem zur Verfügung. Im Prinzip deshalb, weil eine Kommunikation über den eigenen Gruppenrahmen hinaus kaum gegeben war. Allerdings wäre sicher niemand auf die Idee gekommen, das Wissen darum, unter welchen Bedingungen Kartoffelpflanzen die wunderbaren Erdäpfel als Nahrung hergeben, als „Ware“ aufzufassen. Von dem Moment an, wo die Lösung des Problems einmal gefunden war, war die eben da. Nun war es das Problem der einzelnen Nutzer, es zu praktizieren. Schließlich dürften noch vor etwa 300 Jahren die wenigsten „Köche“ eine Uhr gehabt haben. Es musste also jeder sein Gefühl entwickeln beim anstechen.
Auf dieser Ebene ist Kommunismus und Urgesellschaft wirklich ähnlich: Einmal gefundene Nutzungsverfahren stehen der Allgemeinheit sofort vorbehaltlos zur Verfügung. Anders ist nur, dass weltweit und auf ewig jeder Entdecker den Anspruch auf die Ehre des Ersten verewigen kann (z. B. durch die Namensvergabe) und dass die Verfügung wirklich weltweit allgemein und sofort gewährleistet werden kann und in einer Form, in der die eventuellen Fehler fortlaufend beseitigt werden können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen